Hibernation: Dinge, die den Disk-Spin-Down betreffen

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Der Ruhezustand, auch Hibernation (wörtlich „Winterschlaf“), ist eine Funktion vieler Synology NAS. Der Ruhezustand kann von Programmen, Funktionen, Prozessen und USB-Geräten der NAS selbst, sowie den über das Netzwerk mit ihr verbundenen Rechnern verhindert oder auch unterbrochen werden. Dieser Artikel umfasst bekannte Umstände welche solche Störungen des Ruhezustandes auslösen.

Was ist Hibernation / Ruhezustand (und was ist es nicht)?

Mit Hibernation oder Disk-Spindown oder Ruhezustand wird im Zusammenhang mit Synology NAS eine Funktion angesprochen, welche die Festplatten bei Inaktivität abschaltet. Die anderen Komponenten wie Prozessor und Netzwerkkarte bleiben in dieser Zeit in Betrieb.

Einige Modelle mit PowerPC-Prozessor enthalten eine Funktion welche von Synology "Tiefschlaf" oder "System-Ruhezustand" genannt wird. Im Gegensatz zu Hibernation wird hier auch der Strombedarf der weiteren Komponenten reduziert. Diese Seite beschäftigt sich nicht mit dieser Funktion. Da beide ein ähnliches Ziel haben, gibt es jedoch einige gemeinsame Ursachen für Probleme.

Welche Vor- und Nachteile hat diese Funktion?

Vorteile

  • Je nach Anzahl der Festplatten verringert sich der Stromverbrauch im Ruhezustand teils enorm!
  • Die Festplatten haben weniger Betriebsstunden. Ob dies auch zu geringerem Verschleiß und mehr Lebensdauer führt ist jedoch umstritten.

Nachteile

  • Wird Hibernation zu oft ausgelöst und wieder aufgehoben, steigt der Verschleiß der Festplatten und deren Lebenszeit wird verkürzt. Daher sollte Hibernation nur eingesetzt werden, wenn die Funktion wirklich sinnvoll nutzbar ist und nichts diesen Zustand regelmäßig unterbricht. Es ist auch ratsam, bei Auffälligkeiten von den Protokollierungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen.
  • Das NAS benötigt einige Sekunden bis es wieder ansprechbar ist wenn Hibernation eingetreten ist.
  • Es werden stets alle Festplatten in den Ruhezustand versetzt (Einschränkung seitens der Hardware).

Wo konfiguriere ich den Ruhezustand?

Der Ruhezustand der Festplatten wird über Systemsteuerung > Hardware > Ruhezustand der Festplatten konfiguriert. Alle weiteren Instruktionen gehen davon aus, dass hier der Uhrzeit-Wert gesetzt ist. Der advanced HDD hibernation Modus, sofern vorhanden, ist auch aktiviert.

Wie erkenne ich ob der Ruhezustand der Festplatten funktioniert?

Nur eine LED am Gehäuse leuchtet (bei der DS212 eine Blaue), und die DiskStation ist sehr ruhig, und braucht deutlich weniger Strom, wenn sie im Hibernation Modus ist. Beispiel: Der Stromverbrauch im Hibernate ist 4Watt, bei Betrieb etwa 17-20Watt (DS212). Ein Festplatten-Betriebsgeräuch lässt auch auf einen gestörten Disk-Spin-Down schliessen.

Aktivierung der Protokollierung zur weiteren Diagnose

Das Aktivieren des Logs kann den Hibernation-Modus selbst ebenfalls beeinträchtigen. Es sollte daher nicht dauerhaft sondern nur zur Diagnose aktiviert werden!

Über den DSM

Neuere Versionen des DSM (getestet mit 4.3-3776) enthalten einen Wahlschalter um das Log zu aktivieren. Dieser befindet sich unter "Systemsteuerung > Hardware > Ruhezustand der Festplatten > Protokolle für Ruhezustand aktivieren".

Manuell (Kommandozeile)

  • Via Telnet/SSH auf die DiskStation einloggen
  • Auf der Kommandozeile eingeben:
syno_hibernate_debug_tool --enable 10
  • Telnet/SSH wieder verlassen mit:
exit
  • Nun mindestens die in den Systemeinstellungen eingestellte Zeit zum Herunterfahren der Festplatten warten; am besten einfach doppelt so lange um sicher zu sein
  • Nach dem Abwarten dann das Log-File lesen.

Auslesen des Log-Files

  • Am einfachsten die Logdatei per DiskStation-Kommandozeile anschauen:
cat /var/log/messages
  • Wer will, kann alternativ das Log-File über die Web-Oberfläche runterladen:
http://<IP der DiskStation>:5001/webman/index.cgi?diagnose=debug
  • Für ältere DSM Versionen (2.0 - ~2.3) sollte folgende Adresse funktionieren:
http://<IP der DiskStation>:5000/webman/index.cgi?debug=1
  • Das nun downloadbare Log ist entweder plaintext oder mit gnuzip komprimiert, also gegebenenfalls un-taren. Es sollte mehr Informationen zum (fehlenden) Ruhezustand geben
  • Die Protokollierung kann danach wieder wie folgt auf der DiskStation-Kommandozeile deaktiviert werden:
syno_hibernate_debug_tool --disable

Störungsquellen

Allgemein

Der Ruhezustand wird jedesmal gestört, wenn auf die Festplatten zugegriffen wird. Was heißt das?

  • Zugriffe aus dem WAN ("Internet") können den Ruhezustand verhindern, da die DS(Disk Station) bereits hochfährt wenn das Webinterface aufgerufen wird.
  • Laufende PCs prüfen periodisch im Netzwerk ob die DS noch ansprechbar ist und wecken diese somit. Mit XPAntispy lässt sich dieser Netzwerkscan abschalten. Für die manuelle Deaktivierung siehe[NetCrawler].
  • Es könnte sein, dass der Indexdienst noch läuft, z.B. müssen im Hintergrund die Thumbnails für die Photostation generiert oder Vorschaubilder der Videos im photo-Verzeichnis erstellt werden. Mit dem Befehl top über telnet kann man sich alle laufenden Prozesse (z.B. convert oder ffmpeg) anzeigen lassen. Je nach Menge der im Ordner photo gespeicherten Bilder, Videos und Rechenleistung der Synology Station wird entsprechend Zeit benötigt.

Auch die Downloadstation verhindert den Ruhezustand der Platten.

Anleitung von Synology

Forum-Post vom 9.1.2013 mit Ideen zum Debuggen, die angeblich vom Synology Helpdesk kommen:

Issues might affect HDD hibernation

Attached USB HDD
Cloud Station
Media Server (some DMA / DLNA device might perform background tasks)
Syslog server
Hotspot, Router mode (DS213air)
Audio Station – Airplay
Quick Connect

Issues will affect HDD hibernation
DiskStation is making thumbnails or re-indexing the multimedia files after upgrading. There will be index/convert (synomkthumbd) process under resource monitor when this occurs.
Webalizer (1hr or 5min)
Local Master Browser
eMule
Download Station
Logitech Media Server
Mail Station
Surveillance Station
DMA log is enabled in [Media Server]>[Diagnose]
LAN Windows Media Player [Windows Service, Default On]
Network Sharing Service
Directory Server
3rd party software or optware like SABnzbd, Plex
Too many process running and swap is used, ex DS109j


Die üblichen Verdächtigen

Zur Zeit ist bestätigt, dass der Ruhezustand durch folgendes gestört wird - also Plattenzugriffe auslösen:

Squeezecenter

Webalizer

Die DS fährt stündlich ohne ersichtlichen Grund hoch. Vermutlich liegt es am stündlichen Log. Siehe Synology Forum Thread

Local Master Browser

[WebUI] > [File Sharing] > [Win/Mac OS]

Master Browser / Wins Server

System: alle -
Datum: 2009/5 -
Diagnose: Wenn im DSM die Option Masterbrowser aktivieren eingeschaltet ist oder die DS selber mit einem WINS Server läuft, dann wird jeder Client im Netz (auch ohne Zugriff auf die DS) die DS wecken. Dies da der Masterbrowser resp WINS Server für die Auflösung der netbios Namen zuständig ist

Popcorn Hour A-110

System: DS107+ -
Datum: 2009/05 -
Diagnose: Es liegt an der Popcorn Hour A-110. Die macht irgendwas mit der DS auch wenn sie im Standby ist. [1]

Verwendung der Mailstation

System: alle
Datum: 2009/07 -
Diagnose: Wenn die Mailstation installiert und aktiviert ist, wird der Spin-Down verhindert. Um den Spin-Down wieder zu ermöglichen, müssen die Häkchen im DSM entfernt werden. Eine Deinstallation der gesamten Mailstation ist selbstverständlich nicht nötig.

Audiostation

System: alle
Datum: 2009/07
Diagnose: Laufende Wiedergaben der Audiostation verhindern ebenfalls den Spin-Down.

Medienserver und Medienindizierungsdienst

Laut diesem post vom 16.2.2012 verhindert der "Media Server Log for Diagnosis" den Hibernate modus.

Außerdem setzt das Aktivieren des Medienservers auch den "Medienindizierungsdienst" in Gang. Der folgende Prozess in dem die Metadaten sämtlicher Medien erfasst werden, kann je nach Datenmenge Minuten oder auch Tage dauern. Wenn der Prozess läuft erscheint im Menü des Medienindizierungsdienstes in der Systemsteuerung des DSM ein entsprechender, farblich hervorgehobener Hinweis.

Downloadstation

System: DS107+ -
Datum: 2010/10 -
Diagnose: Wenn bei der Downloadstation zusätzlich noch "emule" aktiviert ist, wird der Spin-Down verhindert - auch wenn nichts zum down- bzw. uploaden vorhanden ist.

OpenVPN

System: alle
Datum: 2011/04
Diagnose: OpenVPN wurde über das ipkg installiert. In der Server Config: /opt/etc/openvpn/openvpn.conf sind folgende Beiträge drin:

ifconfig-pool-persist ipp.txt

ipp.txt ist hierbei der Name der Datei für die Ip-Adressen der Dateien und wird alle 10 Minuten auf die Platte geschrieben

status openvpn-status.log

Der Status des Servers wird alle Minute auf die Platte in die Datei openvpn-status.log geschrieben.
Lösung: Beide Zeilen auskommentieren

pyLoad

Das automatische Update von pyLoad weckt die Festplatten, wenn es eingeschaltet ist.

pyLoad Config->Plugins->UpdateManager->Activated = Off setzen oder das Update-Intervall wie gewünscht vergrößern.

Darüberhinaus führt auch das Plugin "HotFolder" zu diesem Verhalten. Dieses Plugin überwacht ständig ein definiertes Verzeichnis auf neu abgelegte Dateien und verhindert dadurch die Hibernation vollständig.

pyLoad Config->Plugins->Hotfolder->Activated = Off setzen

Das automatische Neustarten von fehlgeschlagenen Downloads weckt die Festplatten, wenn es eingeschaltet ist.

pyLoad Config->Plugins->RestartFailed->Activated = Off setzen oder das Restart-Intervall wie gewünscht vergrößern.

WINS (NetBIOS)

WINS (Windows Internet Naming Service, eine Implementierung von NetBIOS über TCP/IP) dient zur Namensauflösung im lokalen Netzwerk und führt auch dazu, dass die DiskStation ohne aktuellen Zugriff angesprochen wird und die Platten hochfahren. Durch Abschalten von NetBIOS lässt sich dies beheben, allerdings kann die Disk Station dann nur noch über ihre IP Adresse angesprochen werden. Um sie wieder über den Namen ansprechen zu können, trägt man in der HOSTS Datei den Namen und die IP Adresse der Disk Station ein.Infos zur Hosts-Datei

Windows XP

Start->Einstellungen->Netzwerkverbindungen->(aktive Netzwerkverbindung, z.B. LAN Verbindung 1)->Eigenschaften->
Allgemein->Internetprotokoll (TCP/IP)->Eigenschaften->Erweitert->WINS->NetBIOS über TCP/IP deaktivieren

In %WINDOWS%\system32\drivers\etc\HOSTS die IP Adresse und den Namen eintragen.

lmhosts-Abfrage

Für Infos über die Hosts-Datei hier klicken(Wikipedia Hosts-Datei). Die aktivierte Einstellung sorgt unter Windows 7 Professional x64 und einer DS112J alle 25min für wake-up-calls. Gilt für Windows NT/2000/XP/2003/Vista/7 32 & 64 Bit

...->Netzwerkverbindungen->Eigenschaften->Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)->Eigenschaften->Erweitert->WINS->LMHOSTS-Abfrage aktivieren->(Haken entfernen)

Das deaktivieren verhindert die Nutzung der oben genannte Methode zur Deaktivierung der NetBios Namensauflösung.

NetCrawler

Der NetCrawler ist eine Windows Funktion die nachweislich ab Windows 2000 existiert. Diese Funktion sucht im Netzwerk periodisch nach neuen Netzwerkdruckern, Computer und Freigaben. Wenn in der DiskStation der Windows Dateiserver(CIFS) aktiviert ist und über die Firewall freigegeben(Port 137, 138, 139 u. 445)ist, kann es, vor allem bei gemappten Netzlaufwerken, dazu führen, dass dieser NetCrawler die DiskStation anfragt und diese daraufhin die Platten hochfährt um in den Betriebsmodus zu wechseln.

Windows 7

Einige Nutzer von Windows 7 werden bereits festgestellt haben, dass laufende Rechner die DiskStation immer wieder starten lassen. Dies kann folgende Gründe haben:

Dateiindizierung

Vor allem unter Windows 7 wurde die Indizierung von Dateien deutlich verstärkt um insgesamt schneller Zugriff auf Dateien zu haben.

Beispiel: Wer nun z.B. seine Musik auf der DiskStation liegen hat und zudem diesen Ordner in der Windows 7 Bibliothek "Music" hinzugefügt hat, kann damit rechnen, dass diese Bibliothek von Win 7 von Haus aus indiziert wird.

Unter "Systemsteuerung"->"Indizierungsoptionen" kann dies leicht überprüft und ausgebessert werden.

Windows Media Player-Netzwerkfreigabedienst

"Gibt Windows Media Player-Bibliotheken mithilfe des universellen Plug & Play für andere Players und Mediengeräte auf dem Netzwerk frei"(Beschreibung des Dienstes unter Windows 7) Dieser Dienst besitzt die Fähigkeit über UPnP mit einer DiskStation zu kommunizieren. Dabei teilt Windows Geräten im Netzwerk mit, dass es ein UPnP Gerät ist von dem aus Medien abgespielt werden können, es veröffentlicht sich also im Netzwerk. Wenn in der Firewall der DiskStation die Ports für DLNA/UPnP freigegeben sind, führt dies in sehr vielen Fällen dazu, dass die DiskStation in periodischen Abständen von ~20min von diesem Dienst angesprochen wird und damit aufgeweckt wird.

Referenzen