Rsnapshot

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Installation von Software, die nicht von Synology kommt geht immer auf eigenes Risiko. 
Zum Teil sind dabei tiefe Eingriffe ins System nötig und das muss über die Konsole erledigt werden. 
Dabei besteht das Risiko von Fehlmanipulationen die bis zur Neuinstallation der DS führen können. 
Und dabei ist das Risiko sehr gross, dass auch die Partitionen mit Userdaten formatiert werden müssen.

Also alles was ihr macht geht auf Eure eigene Kappe :-)

Backups mit Rsnapshot erstellen

Backups sind eine sehr wichtige Sache. Leider hat man mit dem Standard-Backup (rsync) das Problem, dass keine Versionen erstellt werden: Wenn man eine Datei in der Quelle löscht und ein Backup macht, dann ist die Datei im aktuellen Backup weg und es kann später nicht mehr auf diese Datei zugeriffen werden. Um dieses Dilemma zu lösen bieten sich Snapshots (Momentaufnahmen) als Backup an. rsync alleine kann das leider nicht, aber via ipkg gibt es das Paket rsnapshot, welches im Zusammenspiel mit rsync diese Funktionalität bietet.

Voraussetzungen

  1. Zugriff auf die Konsole mittels telnet oder ssh
  2. Paketverwaltung ipkg installiert

Installation

Die Installation von rsnapshot ist auf der Konsole sehr schnell erledigt. Dazu einfach als Root mit Administatorpasswort auf der Konsole

ipkg update
ipkg install rsnapshot

eingeben und das Paket und alle Abhängigkeiten davon sollte installiert werden. Der erste Befehl dient dazu ipkg zu informieren, welche neuen Pakete vorhanden sind. Dieser Befehl sollte von Zeit zu Zeit immer wieder mal ausgeführt werden. Die eigentliche Installation wird mit dem zweiten Befehl eingeleitet.

Probleme / Fehlermeldungen

Dies betrifft primär Systeme mit Marvell-Chipsatz - z.B. DS214+, etc.
Sofern beim Aufruf vom rsnapshot die Fehlermeldung

Your random numbers are not that random

kommt, ist das mittels ipkg installierte Perl unbrauchbar.
Eine ursächliche Lösung des Problems ist (noch) nicht bekannt. Folgender Workaround führt aber zu einem funktionierenden rsnapshot:

  1. Das mit ipkg installierte Perl-Paket wieder deinstallieren.
    Wichtig: NICHT die abhängigen Pakete (hier: rsnapshot) deinstallieren! Das wäre irgendwie kontraproduktiv:
    ipkg remove perl -force-depends
  2. Auf der Synology-Weboberfläche anmelden und über die Paketverwaltung das offizielle Perl-Paket installieren
  3. Nun den Pfad im rsnaphot-Programm anpassen:
    vi /opt/bin/rsnapshot
  4. In der ersten Zeile den Pfad von /opt/bin/perl auf /usr/bin/perl ändern, speichen und rsnapshot testen:
    rsnapshot -t daily

Es wird jetzt ggf. eine Fehlermeldung erscheinen, die Fehler in der Konfigurationsdatei bemängelt. Das ist erstmal egal.
Wichtig ist, dass die "Your random numbers..."-Fehlermeldung nicht mehr erscheint.

Konfiguration

Unter /opt/etc/ sollte sich die Konfigurationsdatei rsnapshot.conf befinden. In dieser müssen noch einige Anpassungen gemacht werden. Die wichtigsten Anpassungen möchte ich kurz beschreiben:

  1. snapshot_root
    Hier wird der Pfad für die Backups angegeben. Dieser Parameter muss auf einen gültigen Pfad verweisen
  2. no_create_root
    Wenn dieser Parameter auf 1 resp auskommentiert ist, dann legt rsnapshot nicht automatisch das snapshot_root-Verzeichnis an. Das ist v.a. bei Backups auf externe Medien von Nutzen
  3. cmd_rsync
    Hier muss der gültige Pfad zur rsync-Installation angegeben werden
  4. cmd_ssh
    Hier sollte der gültige Pfad zu ssh angegeben werden
  5. interval
    Hier wird definiert wie oft die einzelnen Backups gemacht werden. 'hourly 6' heisst, dass sechs mal ein horly-Snapshot (hourly.0 bis hourly.5) gemacht wird. Daily 7 macht also für jeden Tag ein Snapshot (daily.0 bis daily.6) und mit 'monthly' kann man festlegen, wie lange das älteste Backup gespeichert wird. Letztendlich wird die Häufigkeit der Backups durch die Anzahl und Regelmässigkeit der Aufrufe in crontab definiert, wenn man also nur jede zweite Stunde von 10-18 Uhr rsnapshot startet (10 Uhr,12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr, 18Uhr), ist 'hourly 5' sinnvoll.
  6. rsync_short_args
    Hier können die kurzen Parameter, welche an rsync übergeben werden definiert werden. Normalerweise macht es Sinn folgende zu übergeben: -az
  7. backup
    Hier werden die verschiedenen zu backupenden Verzeichnisse und ihre Ziele angegeben. Dabei besteht eine Zeile immer aus der Einleitung backup gefolgt vom Source-Verzeichnis gefolgt vom Zielverzeichnis unterhalb von snapshot_root
    Es können also nur relative Ziele zu snapshot_root angegeben werden. Wenn kein Ziel angegeben wird, wird das Backup direkt in snapshot_root abgelegt.

Es bietet sich an pro Server ein Unterverzeichnis anzulegen. Nicht existierende Zielverzeichnisse werden dabei automatisch angelegt.
Wichtig ist, dass alle Verzeichnisangaben beim Backup den abschliessenden Slash haben!!!

#Beispiel für ein Backup via ssh unter User root
ssh_args        -i /root/privateKey #damit wird der Private Key festgelegt welcher für die ssh Auth verwendet werden soll
backup	root@192.168.100.102:/volume1/homes/		mailserver/

#Beispiel für ein Backup via rsync Modul
backup	192.168.100.102::MODUL_NAME		mailserver/

Achtung: In der Config Datei darf es keine Leerzeichen geben. Sonst motzt rsnapshot. Alle Whitespaces sind TABS. Es darf sich kein einziges Leerzeichen darin befinden, sonst lässt sich rsnapshot nicht ausführen.

Funktionsweise von rsnapshot

Nehmen wir an, es wurde 'hourly 12' und 'daily 7' definiert.

Wenn man 'rsnapshot hourly' ausführst, werden alle 'houly.*'-Verzeichnisse um eine Zahl weiter verschoben (hourly.0 wird zu hourly.1 usw.) und das 'hourly.11'-Verzeichnis wird gelöscht. Das aktuelle Backup der Stunde wird dann in 'hourly.0' kopiert (falls sich die Dateien seit dem letzten hourly-Snapshot nicht verändert haben, werden nur Hardlinks angelegt, das spart Platz).

Wenn nun 'rsnapshot daily' ausgeführt wird, dann werden entsprechend die bestehenden 'daily.*'-Verzeichnisse umbenannt und das 'daily.6'-Verzeichnis wird gelöscht. Der Inhalt aus houly.11 wird in daily.0 kopiert.

Man hat also in hourly.0 immer das aktuellste Backup. Das Backup des Vortags liegt daily.0 und so weiter. Mit 'monthly 6' kann man also festlegen, dass das älteste Backup für sechs Monate in monthly.5 gespeichert wird.

Beschreibung der Rsync Parameter

Hier eine Liste aller möglichen Parameter für rsync

 -v, --verbose               increase verbosity
 -q, --quiet                 suppress non-error messages
     --no-motd               suppress daemon-mode MOTD (see caveat)
 -c, --checksum              skip based on checksum, not mod-time & size
 -a, --archive               archive mode; equals -rlptgoD (no -H,-A,-X)
     --no-OPTION             turn off an implied OPTION (e.g. --no-D)
 -r, --recursive             recurse into directories
 -R, --relative              use relative path names
     --no-implied-dirs       don't send implied dirs with --relative
 -b, --backup                make backups (see --suffix & --backup-dir)
     --backup-dir=DIR        make backups into hierarchy based in DIR
     --suffix=SUFFIX         backup suffix (default ~ w/o --backup-dir)
 -u, --update                skip files that are newer on the receiver
     --inplace               update destination files in-place
     --append                append data onto shorter files
     --append-verify         --append w/old data in file checksum
 -d, --dirs                  transfer directories without recursing
 -l, --links                 copy symlinks as symlinks
 -L, --copy-links            transform symlink into referent file/dir
     --copy-unsafe-links     only "unsafe" symlinks are transformed
     --safe-links            ignore symlinks that point outside the tree
 -k, --copy-dirlinks         transform symlink to dir into referent dir
 -K, --keep-dirlinks         treat symlinked dir on receiver as dir
 -H, --hard-links            preserve hard links
 -p, --perms                 preserve permissions
 -E, --executability         preserve executability
     --chmod=CHMOD           affect file and/or directory permissions
 -A, --acls                  preserve ACLs (implies -p)
 -X, --xattrs                preserve extended attributes
 -o, --owner                 preserve owner (super-user only)
 -g, --group                 preserve group
     --devices               preserve device files (super-user only)
     --specials              preserve special files
 -D                          same as --devices --specials
 -t, --times                 preserve modification times
 -O, --omit-dir-times        omit directories from --times
     --super                 receiver attempts super-user activities
     --fake-super            store/recover privileged attrs using xattrs
 -S, --sparse                handle sparse files efficiently
 -n, --dry-run               perform a trial run with no changes made
 -W, --whole-file            copy files whole (w/o delta-xfer algorithm)
 -x, --one-file-system       don't cross filesystem boundaries
 -B, --block-size=SIZE       force a fixed checksum block-size
 -e, --rsh=COMMAND           specify the remote shell to use
     --rsync-path=PROGRAM    specify the rsync to run on remote machine
     --existing              skip creating new files on receiver
     --ignore-existing       skip updating files that exist on receiver
     --remove-source-files   sender removes synchronized files (non-dir)
     --del                   an alias for --delete-during
     --delete                delete extraneous files from dest dirs
     --delete-before         receiver deletes before transfer (default)
     --delete-during         receiver deletes during xfer, not before
     --delete-delay          find deletions during, delete after
     --delete-after          receiver deletes after transfer, not before
     --delete-excluded       also delete excluded files from dest dirs
     --ignore-errors         delete even if there are I/O errors
     --force                 force deletion of dirs even if not empty
     --max-delete=NUM        don't delete more than NUM files
     --max-size=SIZE         don't transfer any file larger than SIZE
     --min-size=SIZE         don't transfer any file smaller than SIZE
     --partial               keep partially transferred files
     --partial-dir=DIR       put a partially transferred file into DIR
     --delay-updates         put all updated files into place at end
 -m, --prune-empty-dirs      prune empty directory chains from file-list
     --numeric-ids           don't map uid/gid values by user/group name
     --timeout=SECONDS       set I/O timeout in seconds
     --contimeout=SECONDS    set daemon connection timeout in seconds
 -I, --ignore-times          don't skip files that match size and time
     --size-only             skip files that match in size
     --modify-window=NUM     compare mod-times with reduced accuracy
 -T, --temp-dir=DIR          create temporary files in directory DIR
 -y, --fuzzy                 find similar file for basis if no dest file
     --compare-dest=DIR      also compare received files relative to DIR
     --copy-dest=DIR         ... and include copies of unchanged files
     --link-dest=DIR         hardlink to files in DIR when unchanged
 -z, --compress              compress file data during the transfer
     --compress-level=NUM    explicitly set compression level
     --skip-compress=LIST    skip compressing files with suffix in LIST
 -C, --cvs-exclude           auto-ignore files in the same way CVS does
 -f, --filter=RULE           add a file-filtering RULE
 -F                          same as --filter='dir-merge /.rsync-filter'
                             repeated: --filter='- .rsync-filter'
     --exclude=PATTERN       exclude files matching PATTERN
     --exclude-from=FILE     read exclude patterns from FILE
     --include=PATTERN       don't exclude files matching PATTERN
     --include-from=FILE     read include patterns from FILE
     --files-from=FILE       read list of source-file names from FILE
 -0, --from0                 all *from/filter files are delimited by 0s
 -s, --protect-args          no space-splitting; wildcard chars only
     --address=ADDRESS       bind address for outgoing socket to daemon
     --port=PORT             specify double-colon alternate port number
     --sockopts=OPTIONS      specify custom TCP options
     --blocking-io           use blocking I/O for the remote shell
     --stats                 give some file-transfer stats
 -8, --8-bit-output          leave high-bit chars unescaped in output
 -h, --human-readable        output numbers in a human-readable format
     --progress              show progress during transfer
 -P                          same as --partial --progress
 -i, --itemize-changes       output a change-summary for all updates
     --out-format=FORMAT     output updates using the specified FORMAT
     --log-file=FILE         log what we're doing to the specified FILE
     --log-file-format=FMT   log updates using the specified FMT
     --password-file=FILE    read daemon-access password from FILE
     --list-only             list the files instead of copying them
     --bwlimit=KBPS          limit I/O bandwidth; KBytes per second
     --write-batch=FILE      write a batched update to FILE
     --only-write-batch=FILE like --write-batch but w/o updating dest
     --read-batch=FILE       read a batched update from FILE
     --protocol=NUM          force an older protocol version to be used
     --iconv=CONVERT_SPEC    request charset conversion of filenames
     --checksum-seed=NUM     set block/file checksum seed (advanced)
 -4, --ipv4                  prefer IPv4
 -6, --ipv6                  prefer IPv6
     --version               print version number
(-h) --help                  show this help (see below for -h comment)

Rsync can also be run as a daemon, in which case the following options are accepted: 


     --daemon                run as an rsync daemon
     --address=ADDRESS       bind to the specified address
     --bwlimit=KBPS          limit I/O bandwidth; KBytes per second
     --config=FILE           specify alternate rsyncd.conf file
     --no-detach             do not detach from the parent
     --port=PORT             listen on alternate port number
     --log-file=FILE         override the "log file" setting
     --log-file-format=FMT   override the "log format" setting
     --sockopts=OPTIONS      specify custom TCP options
 -v, --verbose               increase verbosity
 -4, --ipv4                  prefer IPv4
 -6, --ipv6                  prefer IPv6
 -h, --help                  show this help (if used after --daemon)

Ausführen

Zu Testen der Config kann man folgenden Befehl auf der Konsole absetzen

rsnapshot -t hourly

-t sorgt dafür, dass rsnapshot die Config einliest und auf der Konsole alles ausgibt was es tun würde. Es wird aber kein Backup gefahren.

Automatisieren mittels Cron

In der Datei /etc/crontab kann man dann, als root, die Jobs eintragen, damit diese zur richtigen Zeit automatisch ausgeführt werden. Details im Wiki-Artikel zu Cron. Das erste Backup sollte man aber noch manuell machen, da dieses je nach Datenmenge sehr lange dauern kann

/opt/bin/rsnapshot hourly

wirft das Backup an.

Achtung: Während der manuell gestarteten Sicherung darf die Konsole nicht geschlossen werden da sonst die Sicherung abgebrochen wird. Aufgrund der meist langen Sicherungszeit beim ersten mal bietet sich hier ipkg screen an:

ipkg install screen

Der Aufruf wird dann gestartet

/opt/bin/screen rsnapshot hourly

und die Konsole kann geschlossen werden.

Zum Automatisieren der Folgebackups bietet sich cron an. Hier ein paar beispielhafte Einträge für die /etc/crontab:

#minute hour mday month wday who  command
0       */4  *    *     *    root /opt/bin/rsnapshot hourly
30      23   *    *     *    root /opt/bin/rsnapshot daily 
30      20   *    *     5    root /opt/bin/rsnapshot weekly
30      22   1    *     *    root /opt/bin/rsnapshot monthly

Diese Einstellung startet: rsnapshot hourly alle 4 Stunden (um 0:00, 4:00, 8:00, 12:00, 16:00 und 20:00), rsnapshot daily täglich um 23:30, rsnapshot weekly wöchentlich am Freitag (Sonntag ist 0 und 7) um 20:30 und rsnapshot monthly monatlich am 1. des Monats um 22:30.

Achtung: Wenn ihr den Default Cron verwendet, dann achtet darauf, dass ihr keine Leerzeichen sondern Tabulatoren zum Trennen der einzelnen Werte verwendet. Sonst fliegt cron auf die Schnauze!!!

Die Änderungen werden erst gültig, wenn crond die /etc/crontab neu eingelesen hat:

kill -HUP `pidof crond`

Nach einigen Tagen sollte dann das Backupverzeichnis irgendwie so ausschauen

drwxr-xr-x   15 root     root         4096 Jan  5 08:00 .
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Dec 26 17:02 ..
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  4 00:00 daily.0
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  3 00:00 daily.1
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  2 00:00 daily.2
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  1 00:00 daily.3
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Dec 31 00:00 daily.4
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Dec 30 00:00 daily.5
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  5 08:01 hourly.0
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  5 04:01 hourly.1
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  5 00:00 hourly.2
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  4 20:01 hourly.3
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  4 16:01 hourly.4
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Jan  4 12:01 hourly.5
drwxr-xr-x    3 root     root         4096 Dec 26 19:50 weekly.0

Dabei ist .0 immer die aktuellste Version. Höhere Nummern sind also älter.

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