DiskStation 106 WOL Wake-On-LAN Umbau

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Vorwort

Synology hat bei diesem Modell hier und da ein Paar Bauteile weggelassen. Z.B. ist die Stromversorgung des LAN Chips bei ausgeschalteter DS unterbrochen, so das WOL definitiv nicht funktionieren kann.
Aber Synology kann nichts dagegen tun, wenn wir die DiskStation mit einer anderen Netzwerkkarte starten.


Richtige Netzwerkkarte

Es kann aber leider nicht jede x-beliebige Karte sein. Mit der D-LINK DGE-528T funktioniert es. Es lohnt sich aber alle Karten die man rumliegen hat vorher zu testen. Vielleicht hat man ja eine geeignete dabei. Einfach 5V an den WOL Steckanschluss hängen, die Karte ins Netzwerk hängen und ein "Magic Packet" an die MAC-Adresse schicken. Wenn man Glück hat, wird der Ausgang Pin des WOL Steckanschlusses High(3,3V).


Stromversorgung für Netzwerkkarte bauen

Die Netzwerkkarte braucht 5 Volt 240 mA als Stromversorgung. Unsere DS liefert im ausgeschalteten Zustand zwar 5 Volt aber leider keine 240 mA. D.h. wir müssen die 12 Volt vom Netzteil anzapfen und daraus 5 Volt generieren. Ein einfacher Spannungsregler kommt aber aus mehreren Gründen nicht in Frage.
Punkt 1: die hohe Wärmeentwicklung, eine Heizung in unsere DS einbauen? Nee oder?
Punkt 2: umgerechnet 7 Volt x 240mA = 1,68W Verlustleistung. Plus 5 Volt x 240mA = 1,2W Nutzleistung. 0,5W Leistung die die DS sowieso schon in ausgeschaltetem Zustand verbraucht. Ergibt errechnet 3,38W, gemessen werden es wahrscheinlich 4W. Da die DS mit abgeschalteter HD nur 7W verbraucht also nur 3W mehr, macht das ganze keinen Sinn.
Also muss es ein Schaltregler sein. Keine Wärmeentwicklung, weniger Verlustleistung, aber kompliziertere Schaltung.

Benötigte Bauteile, Werkzeuge

Werkzeuge:

  • Lötkolben
  • Entlötpumpe oder Entlötlitze
  • Schraubendreher
  • Seitenschneider
  • Cuttermesser
  • Seitenschneider
  • Holzbohrer 12mm
  • Heißklebepistole (Als Tipp. Eine halbe Stunde vorher einschalten, dann klebt sie auch.)

Bauteile:

  • Patchkabel
  • NIC Geeignete Netzwerkkarte
  • Lochrasterplatine
  • Schaltregler LM2574-N5
  • L1 Induktivität 330µH
  • C2 Elko 220µF
  • C1 Elko 0,22µF
  • D1 Schottky Diode DO41, 60V, 1A oder 11DQ06
  • R1 Widerstand 10 kOhm
  • T1 Transistor BC547B
  • R2 Widerstand 130 Ohm


Alles zusammenbauen

WOL und NIC Steckanschluss der Netzwerkkarte auslöten. Ist nicht ganz einfach.
Zweimal ca. 20cm vom Patchkabel abschneiden und die Ummantelung entfernen.
Mit den ersten 8 Adern den NIC Steckanschluss wieder mit der LAN-Karte verbinden. Drei weitere Adern an die Stelle des entfernten WOL Steckanschlusses einlöten. Damit ist die Karte vorbereitet.
Die Spannungsplatine zusammenlöten siehe Bilder.
12V der DS mit Eingang der Spannungsplatine verbinden und 5V Ausgang der Spannungsplatine mit dem WOL Steckanschluss der LAN-Karte verbinden.
Den Ausgangspin des WOL Steckanschlusses mit dem Transistor und Vorwiderstand mit dem Ein/Aus Taster verbinden. Transistor und Vorwiderstand können auf der Spannungsplatine untergebracht werden.
Mit 5V des USB-Ports schalten wir die Spannungsplatine und damit auch unsere WOL-NIC wieder aus.
Alle angelöteten Kabel werden mit Heißkleber gesichert, als Isolierung und damit die Kabel nicht abfallen.
Jetzt mit einem 12mm Holzbohrer ein Loch an einer geeigneten Stelle vorsichtig mit der Hand bohren.
Das Plastik ist sehr weich, den Rest kann man mit einem Cuttermesser zurecht schneiden, oder mit einer Feile eckig feilen.
Steckanschluss, WOL-NIC und Spannungsplatine mit Heißkleber festkleben, die richtige Stelle dafür muss man natürlich vorher ausloten.
Nachdem alles wieder zusammengebaut ist, kann man über den zusätzlichen Netzwerkanschluss die DS übers Netzwerk einschalten.


Benutzung

Nun kann man z.B. mit einer Fritz!Box die DS sogar über Internet einschalten, wenn Dyndns eingerichtet ist.
Oder mit diversen Tools z.B. Wake.exe und MAC-Adresse der WOL-NIC aus MS-Windows starten (das Ganze auch mit einer Batch-Datei aus dem Autostart heraus).


Fazit

Im ausgeschalteten Zustand verbraucht die DS nach dem Umbau 2,5W. Stromspartechnisch also kein Reinfall.


Fotos


Links


Hinweis

Es müsste jedem klar sein, dass wenn derartige Hardwareveränderungen vorgenommen werden, jegliche Garantie- und Gewährleistungsansprüche verloren gehen.